Berichte von ehrenamtlichen Helfern

Frau Leistner (Leihbücherei)
Herr Wiesmann (Besuchsdienst im Pflegeheim) Frau Merker als Leih–Oma
Herr Neumayer (Mathematik–Nachhilfe) Frau Hoffstadt und Frau Brenner (AK Flüchtlinge)
Frau Binder („Kultur bei uns”) Dr. Berges (AK Flüchtlinge)
Frau Schweickert („Begegnung am Nachmittag”)Frau Baedeker (Kinderhaus Heuschrecken)

Ende Januar 2010 konnten wir Frau Merker als "Leihoma " an eine Riedenberger Familie mit drei kleinen Kindern vermitteln. Frau Merker berichtet:


Frau Merker

Seit September 2009 im Ruhestand, war für mich klar, dass ich mich ehrenamtlich engagieren würde. Meine bisherige ehrenamtliche Tätigkeit als "Kochmutter" am hiesigen Geschwister–Scholl–Gymnasium lief weiter, da dort ständig Mangel herrscht und es auch großen Spaß macht.

Die Ehrenamtsagentur hat mir dann auf Anfrage eine Möglichkeit geboten, "Leih–Oma" zu werden und das bin ich seit Februar 2010 mit großem Vergnügen bei einer Familie mit drei Kindern, inzwischen 1 ½, 3 ½ und 5 ½ Jahre alt.

Natürlich muss sich so ein Kennenlernen für die Familie und die Leih–Oma langsam entwickeln, jede Seite muss fühlen, dass man zusammenpasst, die "Chemie" muss stimmen und Vertrauen entstehen. Wir haben uns anfangs erst einmal zu Gesprächen getroffen und gemeinsam mit den Kindern gespielt, gebastelt oder vorgelesen, bis ich dann mit allen vertraut war. Zunächst war ich erwünscht für den mittleren Sohn, solange der große von der Mama in Begleitung des Stillbabys zum Sport gebracht wurde. Wir sind dann auf den Spielplatz, auf die Jugendfarm oder ins Clara– Zetkin–Haus gegangen . Bei schlechtem Wetter war Vorlese– und Spielstunde daheim. Inzwischen betreue ich die beiden Kleineren, wenn Sport oder Schwimmen für den Großen ist und bin auch mal spontan vor Ort, um einfach eine Entlastung für die dreifache Mutter zu sein, die ihre Erziehungsaufgabe sehr engagiert erfüllt. Ich bin regelmäßig einmal pro Woche für ca. drei Stunden da, manchmal auch zweimal pro Woche, wenn die Mama oder eines der Kinder z.B. einen Arzttermin, Vorsorgeuntersuchung oder Elterngespräche im Kindergarten hat.

Ich denke, dass ich inzwischen schon ein bisschen mehr bin als nur die Entlastung in Stresszeiten, die Kinder sind mir sehr vertraut geworden und die Mama genießt es, eine Gesprächspartnerin zu haben, die ebenfalls viel Erfahrung im Umgang mit Kindern hat.

Warum braucht eine Familie eine Leih–Oma? Dafür gibt es gute Gründe: wenn z.B. die eigenen Großeltern zu weit entfernt leben und nur selten präsent sein können, um den Kindern auch die Oma–Erfahrung zu geben, zur Entlastung und Ergänzung im Erziehungsalltag und zur Freude aller Beteiligten, denn es macht einfach Spaß und ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe. Meine drei Kinder sind in einem großen Abstand geboren worden, sodass ich diese Stresssituation nie so erlebt habe, ich hatte eben nie zwei Wickelkinder und ein Kindergartenkind.

Neben dieser Aufgabe bin ich seit mehr als einem Jahr noch bei der Aktion "Frühstück für Kinder" tätig und habe mich als Migrationsbegleiterin schulen lassen. Ich denke, wer immer vom Schicksal verwöhnt wurde, kann etwas an andere zurückgeben, solange er dazu in der Lage ist, und er bekommt auch viel zurück! Ich kann nur jedem Mut machen, sich zu engagieren, weil es eine große Bereicherung für das eigene Leben darstellt. Außerdem kann man sich den Umfang seiner Hilfe ja wirklich selbst wählen und ist nicht fremdbestimmt, was sicher für einige auch wichtig ist. Im Ruhestand ist es natürlich schön, auch mal spontan kurz zu verreisen oder außerhalb der Schulferien Urlaub zu machen. Das ist alles kein Problem, denn ich spreche mich einfach mit meiner Leih–Oma–Familie rechtzeitig ab, dann kann sie alles organisieren. Ich fühle ich mich keineswegs angebunden. Selbst wenn ich im Frühsommer für fünf Wochen verreise, geht die Welt nicht unter, dann muss diese Zeit eben anders überbrückt werden. Jeder, der sich als Leih–Oma oder –Opa einbringt, kann selbst entscheiden, wie oft und wie lange er das machen will und das ist gut so.